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Deutschsprachige Homöopathen im Homöoarchiv

Hier finden Sie biographische Skizzen der deutschsprachigen Autoren, deren Werke im Programm Homöoarchiv enthalten sind. Die biographischen Skizzen werden sukzessive vervollständigt.

Attomyr, Joseph
Bönninghausen, Clemens von
Hahnemann, Samuel
Hartlaub, Carl Georg Christian
Hartmann, Franz
Hering, Constantin
Jahr, Georg Heinrich Gottlieb
Noack, Alphons
Possart, Alphons
Rückert, Theodor J.
Stapf, Ernst
Trinks, Carl Friedrich
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Attomyr, Joseph (1807-1856)


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Bönninghausen, Clemens Maria Franz von (1785-1864)

Bönninghausen wurde im März 1785 in Herinckhave in den Niederlanden geboren. Nach dem Besuch des Gymnasiums in Münster immatrikulierte er sich 1803 in Groningen für Jura und schloss das Studium 1806 mit der Promotion ab. Danach war er am Hof des Königs Louis Bonaparte der Niederlande in verschiedenen Ämtern tätig, bis dieser 1810 abdankte. Daraufhin zog Bönninghausen auf das elterliche Landgut in Darup in Westfalen und widmete sich der Landwirtschaft und Botanik.
Talent und Fleiß auf beiden Gebieten schlugen sich in Publikationen nieder, die in Fachkreisen Anerkennung fanden. Daneben trat er 1816 das Amt des landrätlichen Kommissars des Kreises Coesfeld an.
Im Herbst 1827 erkrankte er an der damals häufigen, in aller Regel tödlich verlaufenden Lungentuberkulose und wurde von seinem botanischen Freund und homöopathischen Arzt C.E.A. Weihe (1779-1834) vollständig geheilt. Dieses einschneidende Ereignis führte ihn zum Studium der Homöopathie.
Als erste Patientin konsultierte die damals schon bekannte Dichterin Annette von Droste-Hülshoff (1797-1848) Bönninghausen im Jahr 1829. Schon nach kurzer Zeit der Praxis konnte sich Bönninghausen vor Patienten kaum retten. Sein Aufsehen erregender Erfolg als homöopathischer Praktiker führte 1843 dazu, dass er durch Verfügung König Friedrich Wilhelms IV. einem Arzt gleichgestellt wurde und ungehindert Patienten behandeln konnte.
Wenn Hahnemann als Begründer der Homöopathie gilt, so kann man Bönninghausen als Wegbereiter der homöopathischen Praxis bezeichnen. Er publizierte das erste praktikable Repertorium einschließlich definierter Gradeinteilung, gliederte die Patientensymptomatik in Haupt- und Nebensymptome, erarbeitete Arzneigenius und Mittelverwandtschaften, wies auf die Nützlichkeiten der Anwendung von Zwischenmitteln hin und erhob die C 200 zur Regelpotenz. Sein Ruf verbreitete sich in andere Länder, und er galt als wesentlichster Nachfolger Hahnemanns. Hochgeehrt starb Bönninghausen am 26.1.1864 im Alter von 79 Jahren.

Werke von Clemens von Bönninghausen (u.a.):
Die Aphorismen des Hippokrates nebst den Glossen eines Homöopathen
Kleine Medizinische Schriften
Therapeutisches Taschenbuch (1846)

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Hahnemann, Samuel (1755-1843)

Samuel Hahnemann war der Begründer der Homöopathie.

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Hartlaub, Carl Georg Christian (1795-1839)

Hartlaub wurde im April 1795 in Stollberg bei Chemnitz als Sohn eines Arztes geboren. Da der Vater schon 1813 starb, musste er sich sehr früh selbst um seinen Lebensunterhalt kümmern. Schon als Student stand Hartlaub der Homöopathie nahe und beteiligte sich an den Arzneiprüfungen von Jörg. 1824 erlangte er die Doktorwürde mit einer Arbeit über den Aderlass. Auch seinen jüngeren Bruder Hermann konnte er für die Homöopathie begeistern, so dass dieser ebenfalls in Leipzig Medizin studierte.
1829 zog Hartlaub nach Braunschweig, um in die ausgedehnte Praxis des Hofrats Mühlenbein einzutreten. Hartlaub publizierte viel, er schrieb Beiträge für das Archiv für Homöopathik, gab zusammen mit Trinks die Annalen der homöopathischen Klinik und von 1828 bis 1831 die dreibändige Reine Arzneimittellehre heraus. Er starb im Februar 1839 in Braunschweig, nur 43 Jahre alt.

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Hartmann, Franz (1796-1853)

Franz Hartmann wurde im Mai 1796 in Delitzsch als Sohn eines Volksschullehrers geboren. 1814 begann er in Leipzig Theologie zu studieren. Vor allem durch den Einfluss seines Freundes Hornburg, mit dem er schon zusammen die Schule besucht hatte, wechselte er bald zur Medizin. Ebenfalls durch Hornburg wandte sich Hartmann bald der Homöopathie zu und lernte auch Hahnemann kennen. Schon als Student wurde es dessen Schüler und nahm begeistert an dessen Arzneiprüfungen teil, jedoch bewahrte er sich immer eine gewisse vorurteilsfreie Nüchternheit, die ihm nicht nur Lorbeeren einbrachte.
1819 promovierte er in Jena, doch das zum Ende des Studium nötige Kolloquium verzögerte sich, da das Klima in Leipzig nach der Behandlung des Fürsten Schwarzenberg durch Hahnemann deutlich schärfer wurde. Zudem wurde Hartmann dafür bei Clarus angezeigt, dass er ohne gesetzliche Erlaubnis bereits Kranke homöopathisch behandelte. Hartmann verließ Leipzig und absolvierte sein Kolloquium schließlich 1821 in Dresden, und noch im selben Jahr begann er, offiziell in Zschopau zu praktizieren. Schon zwei Jahre später schrieb er auf Stapfs Drängen hin Beiträge für das Archiv für Homöoopathik.
1826 kehrte Hartmann nach Leipzig zurück. 1831 erschien sein Werk „Therapie akuter Krankheiten“, mit dessen Gliederung nach Diagnosen er Anfängern den Einstieg in die Homöopathie erleichtern wollte - sehr zum Missfallen Hahnemanns, der diese Vorgehensweise als Zugeständnis an die alte Schule betrachtete. 1852 erschienen die nach demselben Schema aufgebauten „Kinderkrankheiten und ihre Behandlung“, die auch ins Französische übersetzt wurden. Zwei Jahre lang bekleidete Hartmann die Oberarztstelle des homöopathischen Krankenhauses in Leipzig. Hartmann war von Anfang an bis zu seinem Tod zusammen mit Rummel und Gross Herausgeber der Allgemeinen homöopathischen Zeitung, was seine Bedeutung für die Frühzeit der Homöopathie weiter unterstreicht. Nach längerer Krankheit starb Hartmann 1853 im Alter von 57 Jahren.

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Hering, Constantin (1800-1880)

Constantin Hering wurde am ersten Tag des neuen Jahrhunderts, am 1. Januar 1800 im sächsischen Oschatz geboren. Er gilt als Vater der Homöopathie in Nordamerika, weil er wesentlich zu ihrer Ausbreitung beitrug.
Sein Medizinstudium begann er 1817 an der Chirurgischen Akademie in Dresden, ab 1820 studierte er in Leipzig weiter. Er wurde Assistent des Chirurgen Jakob Heinrich Robbi, der einen Auftrag des Verlegers Baumgärtner, ein Buch gegen die Homöopathie zu verfassen, an Hering übertrug. Hering übernahm die Aufgabe, diese Irrlehre zu widerlegen, doch durch die intensive Auseinandersetzung mit der Homöopathie wurde er mehr und mehr von ihr überzeugt. Nach einer Sektionsverletzung, die er sich 1821 zuzog, bewahrte ihn Arsenicum album zu seiner Verwunderung vor der Amputation seines Zeigefingers. Er promovierte 1826 in Würzburg u. a. bei Johann Lucas Schönlein.
1826 schloss sich Hering einer vom sächsischen König finanzierten botanischen und zoologischen Expedition nach Surinam an. Dort wurde er aufgrund seiner beeindruckenden Behandlungserfolge nach einiger Zeit Leibarzt des Gouverneurs. Hier führte er auch die berühmt gewordene Prüfung des Arzneimittels Lachesis durch. Nach 6 Jahren in Surinam wandte sich Hering 1833 in die USA nach Philadelphia und blieb mit wenigen Unterbrechungen dort.
1835 gründete Hering zusammen mit Wesselhoeft in Allentown die erste Homöopathieschule der Welt, die North American Academy for Homoeopathic Healing, aus der so namhafte Homöopathen wie Adolph Lippe hervorgingen. Als 1844 das American Institut of Homoeopathy gegründet wurde, wurde Hering Präsident dieser Vereinigung. 1848 gründete er zusammen mit Jacob Jeanes und Walter Williamson das Homoeopathic Medical College of Pennsylvania. Hier schied Hering 1867 aus und gründete das Hahnemann Medical College of Philadelphia. Er trug auch damit wesentlich zur Verbreitung der Homöopathie in den USA bei. Überblickt man Herings zahlreiche Publikationen, so nimmt die Materia medica dabei wohl den größten Raum ein. Er war ein sehr produktiver Autor, prüfte zahlreiche Arzneien, war Herausgeber von insgesamt drei Fachjournalen, veröffentlichte viele Artikel und Bücher, die zu den grundlegenden Werken der Homöopathie gehören. Gestorben ist dieser außergewöhnliche Homöopath im Juli 1880 in Philadelphia.

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Georg Heinrich Gottlieb JahrJahr, Georg Heinrich Gottlieb (1801-1875)

Jahr war wie Bönninghausen ein direkter Schüler Hahnemanns.





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Noack, Alphons (1809-1894)


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Possart, Alphons (? - ?)

Zu Possarts Leben findet man seltsamerweise kaum etwas in den historischen Schriften zur Homöopathie, obwohl dieser einiges zur homöopathischen Arzneimittellehre beigetragen hat. Man weiß heute nicht viel mehr von ihm als dass er in Bernburg an der Saale gelebt hat. Selbst der übliche Nachruf in der Allgemeinen Homöopathischen Zeitung fehlte.
Possart veröffentlichte ab 1858 zwei Bände mit Zusammenstellungen von neuen Prüfungen, die nach 1850 vorgenommen wurden. Sein Alphabetisches Repertorium zur Charakteristik der homöopathischen Arzneien mit einem Umfang von 680 Seiten, das er 1851 publizierte, scheint nicht besonders weit verbreitet gewesen zu sein. Sein Verleger Adolph Büchting schrieb, Possart sei nach Beginn des Drucks des zweiten Bandes, also 1860, verstorben. Der dritte Band von Possarts Materia medica, die Homöopathische Arzneimittellehre aller in den Jahren 1860 — 1862 geprüften Mittel, wurde 1963 von Georg O. Kleinert publiziert, in dem auch die im 2. Band noch ausstehenden Prüfungen von Hydrocotyle asiatica und Ledum palustre zu finden sind.

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Rückert, Theodor J. (1801-1885)


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Stapf, Ernst (1788-1860)

Stapf wurde im September 1788 als Sohn eines Pfarrers in Naumburg an der Saale geboren. Er genoss eine streng humanistische Erziehung und Ausbildung, unter anderem an der bekannten Schule in Pforta.
Ab 1806 studierte er in Leipzig Medizin und hörte dort auch die Vorlesungen des Homöopathiefeindes Professor Clarus. In Naumburg ließ er sich dann auch 1811 nieder, wobei er sich auf keine Behandlungsmethode festlegte, sondern aus allen Lagern nahm, was ihm brauchbar erschien.
1812 lernt er Hahnemanns Organon der Heilkunst kennen. Mit großem Misstrauen las er es vollständig und nahm nach einem Jahr mit Hahnemann Kontakt auf. Stapf wurde einer von Hahnemanns engsten Vertrauten und treuesten Anhängern und stand lebenslang in regem brieflichem und persönlichem Austausch mit ihm. Der hohen Potenzierung der Arzneien stand er anfangs sehr skeptisch gegenüber, nach eingehender Prüfung befand der genaue Beobachter Stapf sie jedoch für wirksam.
Ab 1822 gab Stapf die erste periodisch erscheinende homöopathische Zeitschrift heraus, das Archiv für die homöopathische Heilkunst, das dann bis 1848 erscheinen sollte und zum Sprachrohr der reinen Lehre der Homöopathie Hahnemanns wurde. 1829 bereitete Stapf die Feier zum anstehenden 50-jährigen Doktorjubiläum Hahnemanns vor, sammelte Geld für das geplante homöopathische Krankenhaus, und pünktlich zum Jubiläum gab er ein Buch mit Hahnemanns Kleinen medicinischen Schriften heraus.
1834 behandelte Stapf die Königin von England, die sich gerade in Altenstein aufhielt. Im folgenden Jahr reiste er dann nach London, um sie noch einmal zu behandeln. Er prüfte im Laufe seines Lebens insgesamt 32 Arzneien. Der im Alter fast taub gewordene sächsische Medizinalrat starb im Juli 1860 in Bad Kösen, einem Nachbarort Naumburgs.

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Trinks, Carl Friedrich (1800-1868)

Trinks wurde im Oktober 1800 in Erytha bei Leipzig als Sohn eines Müllers geboren. Nach einer entbehrungsreichen Jugend studierte er von 1817 bis 1823 in Leipzig, wo er zeitweise einer der Lieblingsschüler des glühenden Homöopathiegegners Clarus gewesen sein soll. Nach dem Studium machte er zusammen mit seinem Freund Hartlaub 1824 eine längere Reise, die ihn unter anderem nach Bremen, Paris, Brüssel und Würzburg führte. Danach ließ er sich in Dresden nieder, wo seine Praxis rasch wuchs.
Seine großen Erfolge führten ihm auch Patienten wie die Prinzessin Karoline von Österreich zu, zu deren Behandlung er nach Wien reisen musste. Als Schriftsteller war er laut Tischner in seinen Ansichten mit Griesselich verwandt und mitunter von großer Schärfe. Er stand dem theoretischen Teil von Hahnemanns Chronischen Krankheiten sehr kritisch gegenüber und lehnte auch Hochpotenzen ab.
Schon 1825 soll Trinks Hahnemann darauf aufmerksam gemacht haben, dass die Grundzüge der Homöopathie schon bei Paracelsus zu finden seien, worauf Hahnemann wohl nicht sehr erfreut erwidert haben soll, das sei ihm bisher völlig fremd gewesen. Dass dieser Trinks nicht besonders wohl gesonnen war, ist verständlich, doch dass Hahnemann ihn als seinen „Todfeind“ betrachtete, war möglicherweise ziemlich unberechtigt. Trinks schrieb für verschiedene Journale und war Mitherausgeber der Annalen der homöopathischen Klinik, die von 1830 bis 1833 periodisch erschienen und Berichte über Krankheitsfälle sowie Arzneiprüfungen enthielten.
Einige Prüfungen wie die von Bovista, Castoreum, Magnesium sulphuricum, Natrium sulphuricum, Niccolum, Plumbum, Secale, Strontium und Tabacum wurden in der Reinen Arzneimittellehre von Hartlaub/Trinks erstmals veröffentlicht. Alle diese Prüfungen genügten den strengen Anforderungen Hahnemanns, so dass dieser auch einiges, mitunter leicht gekürzt, in seine eigene Materia medica übernahm. Als bekannter Arzt Dresdens behandelte Trinks sehr häufig Patienten aus höheren Gesellschaftskreisen, so bekam er nicht nur den Titel des Medizinalrats verliehen, sondern wurde während seiner 44 Jahre Praxis auch ein wohlhabender Mann. Er starb im Juli 1868 in Dresden.


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